THERESA THOMASBERGER


ÜberDie NotwendigkeitDassEinSeeVerschwindet - DerZerbrochneKrug - DieDreiLebenDerHannahArendt - WeishauptUndDieGespenster - Wonderwomb - VonFischenUndFrauen - AufSee - DerVerein - MännerphantasienII - DieZukünftige - DieGuten - PussyKingOfThePirates - Geisterspiele - MariaMagda - MännerphantasienI - Malaga_Becher - Pilz/Alphabet

DER ZERBROCHNE KRUG

von Heinrich von Kleist in einer Fassung von Carlotta Huys und Theresa Thomasberger | Staatstheater Darmstadt

Mit besonderem Dank an: Gisèle Pelicot und jede einzelne Person, die den Mut hatte, gegen geschlechtsspezifische Gewalt vor Gericht zu ziehen. Für Eve, forever.

Der Krug ist zerbrochen. Das ist sicher. Alles weitere wird vor Gericht in Frage gestellt.

Vor Gericht steht Marthe Rull, die Ruprecht, den Verlobten ihrer Tochter Eve, beschuldigt den Krug bei einem nächtlichen Besuch in Eves Zimmer zerbrochen zu haben. Ruprecht beschuldigt jedoch einen Unbekannten, der sich Zutritt zum Haus verschafft und den Krug bei seiner Flucht vor Ruprecht durchs Fenster zerstört hatte. Eve selbst schweigt zunächst eingeschüchtert zu den Geschehnissen der Nacht. Und auf der Richterbank? Dort sitzt Richter Adam, der einige verbundene Verletzungen vorzuweisen hat – er stürzte zuhause. Zumindest ist das seine Behauptung.

Tatsächlich war er es, der am Abend zuvor die junge Eve mit Lügen über einen drohenden Einzug ihres Verlobten ins Militär unter Druck setzte. Adam bedrängt sie und stellt in Aussicht, sie könne ihren Geliebten vor diesem Schicksal bewahren wenn… Als der scheinbar betrogene Ruprecht unerwartet die verschlossene Tür aufbricht, flieht der Richter und verletzt sich.

Nun macht Adam in aller Öffentlichkeit sich selbst den Prozess. Mal mit Drohungen, mal mit Schmeicheleien versucht er seine Täterschaft zu verschleiern und den Verdacht auf andere zu lenken. Doch seine blühende Fantasie kommt gegen die Wahrheit nicht an. Dieses Gerichtsdrama von Heinrich von Kleist wird vor allem durch die Dreistigkeit, mit der hier von den Mächtigen gelogen wird, um ihre Macht zu erhalten, zur Komödie und schlägt so den Bogen ins Heute. Die Wahrheit zählt nicht im geringsten. Stattdessen wird sogar in Frage gestellt, wer wirklich das Opfer ist. Mit schamlosen Mitteln kämpft das Patriarchat um das, was ihm vermeintlich zusteht – egal, was dabei zu Bruch geht.

Premiere: 27. Februar 2026 Staatstheater Darmstadt

Regie: Theresa Thomasberger
Bühne: Mirjam Schaal
Kostüm: Sina Manthey
Musik: Oskar Mayböck
Dramaturgie: Carlotta Huys
Licht: Tilo Latelme & Cedric Habann
Video: Moritz Jahn
Regieassistenz: Isabella Roumiantsev

Mit: Lamis Ammar, Gabriele Drechsel, Florian Donath, Laura Eichten, Alisa Kunina & Lea Bürsching, Merle Descamps, Smilla Endrejat, Johanna Gütlicher, Melissa Koch, Fenja Lischka, Jemima Sachapur, Hanna Sickinger